Vorschau Buenos Aires: Regentanz statt Tango beim Formel-E-Restart?

Von Tobias Bluhm
am 15.02.2017 - 06:16

Das Warten hat ein Ende. Nach 98 Tagen Rennpause erwacht die Formel E am kommenden Samstag, dem 18. Februar, aus ihrem Winterschlaf. Das elektrische Motorsportjahr beginnt auf dem wohlvertrauten Straßenkurs von Puerto Madero in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires - der einzigen Rennstätte, die schon seit der ersten Saison und demnach zum dritten Mal insgesamt zur Meisterschaft gehört. Bisher war Buenos Aires stets von Spektakel geprägt. Auch 2017 stehen die Sterne wieder gut für ein hektisches Rennen - nicht zuletzt weil womöglich auch der Wettergott ein Wörtchen mitreden könnte…

Stadt, Land, Fluss…

Als Zentrum für Kunst und Kultur gehört Buenos Aires mit seinen Theatern, Museen, Parks und kulinarischen Spezialitäten zu den bekanntesten Aushängeschildern Südamerikas. Buenos Aires ist Argentiniens "Wasserkopf", eine Metropole, die wohl in jeder Hinsicht das Zentrum des Landes ist. Insgesamt 13 Millionen Einwohner leben im Speckgürtel der Stadt.

Buenos Aires liegt am Rio de la Plata an der Atlantikküste Südamerikas. Ebendieser Fluss ist maßgeblich für den wirtschaftlichen Erfolg und das Wachstum von Buenos Aires verantwortlich. Da bis etwa 1800 der Süden des Landes von Indianerstämmen beherrscht wurde, wuchs in Buenos Aires, dem damals einzigen Zugang zum Meer, der größte Exporthafen Argentiniens heran. Bis heute werden die Einwohner der Stadt daher "porteños" - Hafenbewohner - genannt.

Was seit dem letzten Saisonlauf passierte

Dass "Winterschlaf" in der Formel E nicht gleich Stillstand bedeutet, bewies die Elektroserie schon vor gut einem Jahr. Und auch diesmal überschlugen sich die News zwischen den Jahren einmal mehr: Der Berlin ePrix zieht von der Karl-Marx-Allee zurück auf das Vorfeld des Flughafens Tempelhof, Simracing-Youngster Bono Huis gewinnt das Las Vegas eRace, Spark stellt ein Fahrzeugkonzept für Saison fünf vor und Esteban Gutierrez wechselt noch in dieser Saison von der Formel 1 in die Formel E.

Die Liste der großen News könnte bis in die Ewigkeit weitergeführt werden: Der Brüssel ePrix steht auf der Kippe, Felipe Massa musste einen gültigen Formel-E-Vertrag auflösen, Zürichs Formel-E_Pläne bezüglich eines eigenen ePrix in Saison vier werden konkreter und, und, und. Kurzum: Seit dem letzten Saisonlauf in Marrakesch ist eine ganze Menge passiert, deshalb legen wir euch diesmal einfach unsere News-Übersicht ans Herz.

Zeitplan 2017 (deutsche Zeit)

1. Freies Training - 12:00 bis 13:45 Uhr
2. Freies Training -
14:30 bis 15:00 Uhr
Qualifikation -
16:00 bis 17:00 Uhr
Rennen -
20:00 bis 21:00 Uhr (37 Runden)

Zusätzlich zu den regulären Formel-E-Sessions sollen auch zwei Testfahrten der künftigen Formel-E-Schwesterserie Roborace in Buenos Aires stattfinden. Bislang war im Zeitplan nur eine Trainingsfahrt zwischen den beiden Formel-E-Trainings vorgesehen. Am Samstag hingegen ist nach dem Qualifying eine zusätzliche Session angesetzt. Was es damit auf sich hat, bleibt bis wohl bis auf Weiteres geheim. Wir dürfen gespannt sein.

Die Formel E im TV bei Eurosport

Wie auch bei den beiden vorigen Rennen wird der Buenos Aires ePrix live bei Eurosport ausgestrahlt. Das Formel-E-Programm auf Eurosport 1 beginnt wie üblich um 19:45 Uhr mit seiner viertelstündigen Preview-Show, ehe das Rennen in voller Länge ab 20 Uhr über den Sender geht. Hinter dem Mikrofon sitzt Oliver Sittler. Am Dienstag (21. Februar) zeigt der Sender ab 22 Uhr zudem ein einstündiges Formel-E-Magazin, das von ABT-Partner Schaeffler präsentiert wird.

Wer die weiteren Trainings- und Qualifikationssessions live erleben will, muss entweder auf den kostenpflichtigen Eurosport Player vertrauen. Oder natürlich auf unseren Live-Ticker, in dem ihr wie immer über den gesamten Tag auf mit Informationen aus Argentinien versorgt werdet.

Strecke

Schon in den letzten zwei Formel-E-Jahren zählte der Kurs in Puerto Madero zu den interessantesten des gesamten Kalenders. In Argentinien ist Höchstgeschwindigkeit wichtig, denn mit 205 km/h in der Spitze ist Buenos Aires die schnellste Strecke der Saison. Der 2,479 Kilometer lange Kurs bietet eine interessante Mischung aus langen Geraden, schnellen Kurven und harten Bremszonen. Besonders in den Kurven 1, 4 und 7 kann man auf der Bremse gut überholen.

"Die generelle Renngeschichte von Argentinien ist für die Formel E natürlich fantastisch", freut sich Antonio Felix da Costa (Andretti), der in Saison eins in Buenos Aires seinen bisher einzigen Sieg holen konnte. "Buenos Aires ist immer wieder tricky für uns Fahrer, weil die Wände bei derart hohen Geschwindigkeiten noch bedrohlicher sind. Für euch Zuschauer wird es ganz sicher wieder ein großes Spektakel!"

Wetter

Wie es aussieht, könnte die Formel E ihr erstes richtiges Regenrennen überhaupt erleben. Verschiedene Wetterdienste prognostizieren derzeit über den gesamten Tag verteilt Regenschauer und leichte Gewitter. Insbesondere in der Mittagszeit und am Nachmittag ist mit Regen und bis zu 4,3 Litern Niederschlag pro Quadratmeter zu rechnen.

Nach 23 Formel-E-Rennen könnte ausgerechnet Buenos Aires, wo derzeit aufgrund der geographischen Lage Hochsommer ist, Standort für die Regen-Premiere der Elektroserie werden. Reifenlieferant Michelin ist jedenfalls bestens auf das Wetter vorbereitet: Die Pilot-Sport-EV-Reifen sind für alle Wetterbedingungen geeignet. Bei ganz heftigen Niederschlägen könnten die Teams auf sogenannte Typhoon-Tyres zurückgreifen.

Tobis Prognose

Nach der Winterpause werden die Karten in der Formel E neu gemischt. Selbstverständlich stecken Sebastien Buemi und sein e.dams-Team abermals in der Favoritenrolle, jedoch sollten wir auch Mahindra, insbesondere Felix Rosenqvist, und ABT nicht aus der Gleichung lassen.

Nach starken Leistungen der drei aktuellen Spitzenteams in den vorigen beiden Rennen ist wohl damit zu rechnen, dass Renault, ABT und Mahindra durchaus realistische Anwärter auf den Sieg sind. Auch der Lokalmatador Jose Maria Lopez (Virgin) dürfte von seinem rennsportbegeisterten Heimpublikum beflügelt werden. Und dass der 33-Jährige siegeshungrig ist, zeigte er schon bei den Rennen in Hongkong und Marrakesch.

Es ist tatsächlich nahezu unmöglich, eine genaue Prognose über den Rennsieger abzugeben. Nach dem Motto "aller guten Dinge sind drei" liegt unser Geld dieses Mal aber auf dem Formel-E-Rookie Felix Rosenqvist. Vielleicht spült der Regen aber auch einen ganz anderen Underdog an die Spitze…

Sicher ist, dass wir uns auf ein großartiges Motorsportevent freuen dürfen. Buenos Aires ist die ideale Location für den Restart der Formel E, nicht zuletzt wegen der motorsportverrückten Argentinier, die zu Tausenden an die Strecke pilgern werden. Let's go racing!

Highlights des Buenos Aires ePrix 2016

Schon in den letzten zwei Formel-E-Jahren zählte der Kurs in Puerto Madero zu den interessantesten des gesamten Kalenders. In Argentinien ist Höchstgeschwindigkeit wichtig, denn mit 205 km/h in der Spitze ist Buenos Aires die schnellste Strecke der Saison. Der 2,479 Kilometer lange Kurs bietet eine interessante Mischung aus langen Geraden, schnellen Kurven und harten Bremszonen. Besonders in den Kurven 1, 4 und 7 kann man auf der Bremse gut überholen.

"Die generelle Renngeschichte von Argentinien ist für die Formel E natürlich fantastisch", freut sich Antonio Felix da Costa (Andretti), der in Saison eins in Buenos Aires seinen bisher einzigen Sieg holen konnte. "Buenos Aires ist immer wieder tricky für uns Fahrer, weil die Wände bei derart hohen Geschwindigkeiten noch bedrohlicher sind. Für euch Zuschauer wird es ganz sicher wieder ein großes Spektakel!"

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